Mit wenig viel bewegen!

Misereor
Annette Feldmann und Daniel Krawinkel: zwei Studenten im ehrenamtlichen Einsatz für 2-Euro-Spenden
Daniel und Anette aus Münster sorgen dafür, dass Jugendliche in Delhi oder Kapstadt eine warme Mahlzeit bekommen. Denn die beiden Studierenden sind ehrenamtlich im Einsatz für die Aktion „Mit 2 Euro im Monat helfen“ von MISEREOR.

Wieder nichts. Daniel Krawinkel ist ein bisschen frustriert. Viele Menschen hasten achtlos an seinem Infostand in der Fußgängerzone vorbei. Oder kommen mit wenig glaubwürdigen Ausreden, warum sie gerade keine 2 Euro übrig haben. Daniel aus Münster ist Teamer der Aktion „Mit 2 Euro im Monat helfen“ von MISEREOR. Die Aktion richtet sich an junge Menschen, die Lust haben, mit einem kleinen Beitrag - 2 Euro im Monat - Kindern und Jugendlichen in Entwicklungsländern eine bessere Zukunft zu ermöglichen.

2 Euro kostet bei uns ein Kaffee, ein belegtes Brötchen. In Delhi oder Kapstadt bekommt ein Jugendlicher aus einem der von MISEREOR unterstützten Projekte für dieses Geld eine Woche lang eine warme Mahlzeit. „2 Euro ist für Dich nicht besonders viel Geld“, sagt Daniel. „Wenn aber viele mitmachen, kommt ganz schön was zusammen.“ 138 Mal 2 Euro reichen zum Beispiel aus, um das Monatsgehalt einer Sozialarbeiterin zu bezahlen, die sich in der indischen Millionenstadt Delhi um Straßenkinder kümmert. Mit 6 Mal 2 Euro erhält ein ehemaliger Kindersoldat im westafrikanischen Staat Liberia Arbeitskleidung für seine Ausbildung als Handwerker.

Daniel und Annette sind der festen Überzeugung, dass die Welt nur besser wird, wenn mann selbst etwas dafür tut.

Mit der 2-Euro-Aktion von MISEREOR hat sich Daniel spontan identifizieren können, als er den Slogan vor sieben Jahren auf einem Plakat entdeckte. Der heute 25-Jährige meldete sich bei der katholischen Organisation für Entwicklungszusammenarbeit, um die Aktion zu unterstützen. In Münster bildete sich einige Zeit später ebenso wie in zahlreichen anderen deutschen Städten ein Team von Promotoren für die 2-Euro-Aktion. Für die Ehrenamtlichen ist die Sache gleich aus zwei Gründen reizvoll: Zum einen bietet sie das gute Gefühl, aktiv etwas tun zu können und dabei stets zu wissen, was genau mit dem Geld passiert. Und zum anderen begegnet man bei dieser Gelegenheit auch neuen, interessanten Menschen. Daniel, der in Münster Politik und Wirtschaft studiert hat und gerade eine Ausbildung zum Redakteur bei einem privaten Radiosender absolviert, traf etwa auf Annette Feldmann, die an der Katholischen Hochschule derselben Stadt Soziale Arbeit studiert.

Beide sind der festen Überzeugung, dass die Welt nur besser wird, wenn man dafür selbst etwas tut. Schon als Jugendlicher kümmerte sich Daniel etwa um die Bewohner eines Altenheims, trainierte bei der DLRG eine Kindergruppe oder gestaltete die Abiturzeitschrift mit. Annette war im Gemeindeumfeld aktiv, als Messdienerin oder Sternsingerin. „Es macht mir ganz viel Spaß, Aktionen zu organisieren und dabei sehr unterschiedliche Menschen kennenzulernen“, sagt die 23-Jährige. „Mir ist es ganz wichtig, mein Leben so sinnvoll wie möglich zu gestalten.“

Vor dem Einsatz als Promoter gibt es umfassende Schulungen.

Daniel nennt ganz ähnliche Motive, als er auf den Hintergrund seiner Tätigkeit als „2-Euro-Teamer“ angesprochen wird. „Ich finde, dass sich die 2-Euro-Aktion  deutlich von anderen Spendenaufrufen abhebt“, betont er. „Ich kenne keine andere Aktion, die so gezielt auch um kleine Spendensummen wirbt. Und das gefällt mir.“ Überzeugt sind er und seine Mitstreiter auch von den Kinder- und Jugendprojekten, die mit der 2-Euro-Aktion unterstützt werden. Neben der Hilfe für Straßenkinder in Indien und ehemalige Kindersoldaten in Liberia fließt das gesammelte Geld auch einem Kinder- und Jugendzentrum in der Nähe von Kapstadt in Südafrika und einem Jugend- und Kulturprogramm für benachteiligte Jugendliche aus einem Armenviertel in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires zu.

Bevor junge Menschen ihren Einsatz als 2-Euro-Teamer beginnen, werden sie von MISEREOR-Profis umfassend geschult. Zum Beispiel darüber, wie man potenzielle Spender am besten anspricht und mit ihnen kommuniziert. Ansonsten haben die Betreffenden aber auch viele Freiheiten, ihre Ideen selbstständig umzusetzen. Daniel und Annette sind mittlerweile zur Erkenntnis gekommen, dass ein Infostand in Fußgängerzonen nur mäßigen Erfolg bringt.  Wesentlich zufriedener sind sie dagegen mit ihren Einsätzen am Rande von Konzerten des Orchesters Collegium Musicum in der Münsteraner Uni, bei denen sie neben dem Getränkeverkauf auch über die 2-Euro-Aktion informieren und schon viele Musikfreunde dazu animierten, die MISEREOR-Aktion zu unterstützen. In ähnlicher Weise engagierten sie sich zuletzt auch bei Theaterstücken oder Semesterpartys an der Hochschule sowie beim sogenannten Freiwilligentag in Münster. Annette hat schon das nächste Projekt im Kopf:  Auch beim Poetry Slam in ihrer Stadt, einer Art Dichterwettstreit, will sie mit der 2-Euro-Aktion präsent sein. Schließlich gelte es noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten: „Bei den meisten Leuten in meinem Alter gibt es genügend Bewusstsein dafür, dass Armut und Umweltzerstörung in aller Welt auch etwas mit dem persönlichen Lebensstil zu tun hat. Aber nur ein kleiner Teil von ihnen ist bereit, daraus auch im eigenen Alltag Konsequenzen zu ziehen.“

Mehr Infos zum Projekt von Misereor findet ihr im Netz unter 2-euro-helfen.de